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Nachruf: Graf von Tauffkirchen

Aus Offenstetten informiert 4: März 2009

(ph) Nach längerer Krankheit, aber doch überraschend, ist wenige Tage vor Weihnachten Max-Egon Graf von Tauffkirchen in Dießen am Ammersee gestorben. Die Familie des Grafen war bis zum Zweiten Weltkrieg Besitzer von Schloss und Hofmark Offenstetten.

Der vermögende Papierfabrikant Otto Bestehorn aus Aschersleben hatte Schloss und Gut Offenstetten 1921 von Baron Bernhard von Reichlin-Meldegg gekauft und es seiner Tochter Ilse als Mitgift gegeben, die 1920 den Grafen Tauffkirchen geheiratet hatte. Nachdem das Schloss mit erheblichem Geldaufwand renoviert und vom jungen Paar bezogen wurde, kam am 25. März 1921 Max-Egon als erstes Kind auf die Welt.

Die gräfliche Familie zeigte sich sehr volksnahe. So stiftete man 1926 den Grund für den neuen Friedhof am Sommerkeller. Bei der Fahnenweihe der Schützengesellschaft übernahm sie das urkundlich verbriefte Protektorat. 1931 stiftete der Graf einen Pokal, der heute noch im Besitz von Ehrenschützenmeister Andreas Huber ist.

Obwohl Gräfin Ilse von Tauffkirchen Schloss und Gut 1939 an den Botschaftsrat Oskar Schlitter und seine Gattin Daisy verkauft hatte und 1940 Offenstetten endgültig verließ, ließen Graf Max-Egon und seine Mutter den Kontakt nie abreißen. In unregelmäßigen Abständen kamen sie immer wieder ins Dorf und besuchten von früher bekannte Familien.

Auch nach dem Tod von Gräfin Ilse, sie starb 1989 im Alter von fast 92 Jahren in einem Wohnstift bei Hannover, kam Max-Egon Graf von Tauffkirchen zu Guttenburg auf Ybm, wie sein vollständiger Titel lautet, noch einige Male an den Ort seiner Kindheit. Beim letzten Besuch im Oktober 2007 wurden der Graf und seine Gattin Ursula von einem Freund aus Amerika begleitet.

Im Schloss kam es dabei zu einem unterhaltsamen Treffen. Bei einem Rundgang wurden Erinnerungen aufgefrischt und Graf Max-Egon erzählte über die Lebensverhältnisse im gräflichen Haushalt in den 20er und 30er Jahren. Bevor die Reisegruppe die Heimfahrt nach Dießen antrat, wurden auch einige alteingesessene Personen aufgesucht, die der Graf schon von Kindesbeinen auf kannte. Niemand ahnte damals, dass es der letzte Besuch in Offenstetten sein sollte.