Aus dem Archiv: Außergewöhnliche Steinkolosse im Offenstettener Steinbruch
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Außergewöhnliche Steinkolosse im Offenstettner Steinbruch
(rm) Ein Ereignis von Bedeutung war es vor dem Bau der Industriebahn (1891) stets, wenn ein Monolith (ein außergewöhnlich großer Steinblock in Form einer Säule) mittels Wagen und Pferd zur Eisenbahnstation Abensberg transportiert wurde. 10 bis 16 Pferde waren oft als Zugtiere nötig, bis der Wagen glücklich an der Laderampe ankam. Der Koloss war gewöhnlich festlich dekoriert und wurde immer von einer großen Menschenmenge begleitet. Diese großen Steinlieferungen waren speziell unter Architekt Hasselmann sehr häufig und dessen besonderer Stolz, brachten dem Unternehmen jedoch nur Verluste. Einmal entdeckte Hasselmann im Offenstettener Steinbruch ein Monstrum von einem schönen Stein, den er dem Umfang nach – unbehauen – auf mehr als 20.000 Zentner schätzte. Er setzte sich in den Kopf, diesen Stein in einem Stück aus dem Steinbruch mittels moderner Maschinen herausbrechen und abtransportieren zu lassen. Der Koloss sollte die ausgehöhlte Flachkuppel auf der rabkapelle Theoderichs in Ravenna noch um ein Bedeutendes übertreffen.
Viele Abensberger gingen eigens nach Offenstetten und bestaunten das steinerne Ungetüm. Es kam nicht zum Transport, weil kein Abnehmer gefunden werden konnte und die einflussreichsten Teilhaber der Steingewerkschaft Offenstetten ihre Zustimmung verweigerten, dass dieses Monstrum auf Vorrat – bis sich möglicherweise ein Interessent gefunden hätte – nur der Reklame halber aus dem Steinbruch herausgeholt werden sollte.
Vermutlich wäre dieses steinerne Mammut für das Unternehmen auch dann noch ein schweres Verlustgeschäft geworden, wenn sich für den Steinriesen rechtzeitig ein Käufer gefunden hätte. Und so zertrümmerte man ihn und holte diesen, nachdem er über ein Jahr ein Schaustück des ganzen Bezirks gewesen war, stückweise aus der Steinwand heraus.
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